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Eichrecht und E-Mobilität

Eichrecht

Eichrecht und E-Mobilität

Die Elektromobilität ist kein Zukunftsthema mehr, sondern findet bereits heute statt und ist mehr als nur eine Alternative zum herkömmlichen Verbrenner. Allerdings muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur immer wieder Hürden nehmen, wie dieser Beitrag zeigt.

Wer sich derzeit mit Wallboxen beschäftigt, der muss sich zwangsläufig auch mit dem Eichrecht in Deutschland auseinandersetzen. Wir geben Ihnen in unserem Ratgeber eine kurze Übersicht und erläutern, was es zu dieser Regelung zu wissen gibt.

Was ist eigentlich das Eichrecht?

Das deutsche Mess- und Eichrecht legt fest, welche Anforderungen für Messgeräte einzuhalten sind. Damit soll das Erzielen richtiger Messergebnisse und Messwerte gewährleistet werden, vor allem wenn sie Grundlage für Rechtsgeschäfte und Bezahlung sind. Grundsätzlich sagt das Gesetz, dass nicht eichrechtskonforme Messgeräte nicht mehr verwendet werden dürfen. Darüber hinaus legt es auch Bestimmungen für Fertigverpackungen und andere Verkaufseinheiten fest.

Für diesen Ratgeberbeitrag ist das Eichrecht hauptsächlich wegen der sogenannten Eichordnung und den dazugehörigen Richtlinien interessant, weil davon Wasserzähler, Gaszähler, Wärmezähler und auch Elektrizitätszähler betroffen sind. Genau diese Elektrizitätszähler sind in den Wallboxen verbaut und für die Messung des tatsächlichen rechtssicheren Stromverbrauchs zuständig.

Was bedeutet das für die Elektromobilität?

Bisher hatten die verschiedenen Betreiber der Ladestationen unterschiedliche Abrechnungsformen. Entweder wurden Pauschalbeträge je Kilowattstunde (kW/h) verrechnet, wobei es keine Rolle gespielt hat, welche Strommenge tatsächlich bei der Batterie angekommen ist oder die Betreiber haben Cent-Beträge pro Lademinute in Rechnung gestellt. Teilweise gab es auch Abrechnungsmodelle, die beides kombiniert haben.

Damit es in Zukunft nicht mehr zu Verwirrungen kommt, soll das Eichrecht nun Klarheit schaffen. Das Gesetz ist bereits 2015 in Kraft getreten, greift aber durch Sonderregelungen bzw. Fristverlängerungen erst seit dem 01. April 2019 vollumfänglich.

Für die Betreiber der Ladestationen heißt das konkret, dass sie seit dem 01. April Messgeräte in ihren Wallboxen installieren müssen, die dem Eichrecht entsprechen und damit kilowattstundengenaue Abrechnungen gewährleisten. Für die Fahrer von Elektroautos ist somit bereits vor Beginn des Ladevorgangs klar , was ihnen pro kW/h an Storm berechnet wird. Das Eichrecht sorgt damit hauptsächlich für Transparenz und Verlässlichkeit bei den Fahrern und für Nachrüstarbeiten bei nicht eichrechtskonformen Ladestationen.

Was bedeutet eichrechtskonformes Laden?

Damit eine Ladestation als eichrechtskonform gilt, muss sie die sogenannte Baumusterprüfbescheinigung des VDE-Institutes vorweisen können. Das bedeutet, dass die integrierten Elektrizitätszähler der Ladestationen den Anforderungen des VDE-Institutes bzw. der Messgeräterichtline (Measuring Instruments Directive, MDI) standhalten müssen. Am Markt gibt es bereits eichrechtskonforme Ladestationen von verschiedenen Herstellern. Dazu gehören sowohl die Firma ABL als auch Wallbe, die gleichzeitig Gründungsmitglieder des Vereins S.A.F.E. (Software Alliance for E-Mobility) sind. Grundsätzlich hat sich S.A.F.E. zum Ziel gesetzt, mittels einer Transparenzsoftware Klarheit und Rechtskonformität in die Abrechnungen zu bringen und unterschiedliche oder gar inkompatible Lösungen zum Eichrecht am Markt zu vermeiden.

 

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